starwalker

„Starwalker“ – ein Ansatz für eine konkrete Umsetzung

Im Folgenden wird als eine Handlungsinitiative das Projekt „Starwalker – ein Modellprojekt zur Begleitung von Jugendlichen in Übergängen an der Schule“ vorgestellt.

„Um etwas zu lernen muss man es tun, bevor man es kann.“
Agnes Jarosch

Ausgangsidee

Seit der Entstehung von Gemeinschaften bzw. Gesellschaften spielen Übergänge weltweit in fast allen Kulturen eine wesentliche Rolle: der Übergang vom Kind zum Jugendlichen oder vom Jugendlichen zum (jungen) Erwachsenen – ob als Mädchen bzw. Frau oder Junge bzw. Mann, in Bezug auf Beruf(ung) oder andere Lebenssituationen – stets gab und gibt es verschiedene Übergänge und dazu begleitende „Konzepte“ bzw. „Rituale“ (z.B. die VisionQuest – ein bei vielen Völkern der Erde in wandelbarer Gestalt vorzufindendes Übergangsritual, um Jugendliche und Erwachsene bei Übergängen zu begleiten.).

Das Projekt „Starwalker“ ist ein solches „Konzept“, das als Modellprojekt für Jugendliche an der Schule realisiert werden könnte, um sie bei ihren verschiedenen Übergängen zu begleiten und ihnen eine Orientierung und Unterstützung für ihre Zukunft zu bieten.

„Ich unterrichte meine Schüler nie; ich versuche nur, Bedingungen zu schaffen, unter denen sie lernen können.“
Albert Einstein

Projektskizze

Die „Starwalker“ („Sternenwanderer“) sind Schülerinnen und Schüler einer Klasse, die von der Stufe 7. bis zur 9. Klasse werden und einen „Blick in die Sterne“ bzw. in die Zukunft werfen dürfen. Konzeptionell ist „Starwalker“ eine Art „VisionQuest“ über 3 Jahre, bei der die Schülerinnen und Schüler sich mit allerlei Fragen rund um die Übergänge vom Jugendlichen zum jungen Erwachsenen und von der Schule zum Beruf, vom Leben im Elternhaus zum eigenen Leben auseinandersetzen dürfen, dabei begleitet werden und durchaus mit einer Art „Initiation“ in ihr neues Leben entlassen werden. „Starwalker“ orientiert sich zwar an dem Wesen einer solchen „VisionQuest“, stellt jedoch kein für sich stehendes Übergangsritual dar, sondern eine an der Schulzeit und dem Übergang von Schule zu Beruf und von Jugend zum Erwachsen werden orientierte Übergangsbegleitung über einen längeren Zeitraum.

In diesem Rahmen werden „soft skills“ wie „Genderkompetenz“, „Interkulturelle Kompetenz“, „Künstlerische Talente“ und andere Aspekte der „Sozialen Kompetenzen“ im Rahmen des regulären Unterrichts als eigenständiges Unterrichtsfach vermittelt.

Dies erfolgt in einem Tandem von Klassenleitung und externen Referenten. Üblicherweise werden Übergänge individuell betreut. Jedoch zeigt die Erfahrung, dass ein Gruppenprozess eine positive Dynamik entwickeln kann, bei der sich zum Teil die Gruppe intern mit Impulsen und /oder konkreten Hilfestellungen und Lösungen gegenseitig bereichert.

Gleichzeitig ist es jedoch erforderlich, dass die Möglichkeit besteht, einzelne „Starwalker“ auch individuell zu begleiten, z.B. durch JaS, durchaus auch mit einem „Eltern-Coaching“. Gerade der Aspekt, die Eltern bei Bedarf zu involvieren, ist wichtig, da die Erfahrung zeigt, dass gewisse Impulse nicht wirken und sich nicht nachhaltig entfalten können, wenn keine Kooperation mit den Eltern bzw. dem alleinerziehenden Elternteil möglich ist.

Ziele und Eckdaten

Im Rahmen einer Evaluation sollen zumindest Hinweise gefunden werden, ob und inwieweit eine Art „Bildungsbilanz“ sinnvoll ist bzw. die Relevanz von „soft skills“ als wesentliche Faktoren für die Entwicklung und Förderung eines Kindes und damit die Erfordernis, diese als Bestandteil der Schulzeit zu berücksichtigen.

Als Partner für eine wissenschaftlich fundierte Evaluation konnte der Lehrstuhl der Didaktik der Biologie der Universität Bayreuth gewonnen werden.

Der „Starwalker“-Unterricht startete zunächst mit zwei 7. Klassen parallel an der hiesigen Mittel- und Realschule. Aufgrund der positiven Resonanz im Kollegium, bei der Schulleitung, den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern, wurde das „Starwalker“-Projekt auf weitere Klassen ausgeweitet. Dies war unter anderem durch einen guten Umgang mit dem kalkulierten Budget realisierbar. Für eine weitere Ausweitung fehlt es allerdings in erster Linie an finanziellen Mitteln.

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